Es ist immer noch Januar. Leider! Aber wenn man in den neuen Schuhen gut gehen möchte, muss man sie behutsam einlaufen. Das mache ich gerade mit dem Jahr. Die erste volle Arbeitswoche liegt hinter mir. Ich hatte kleinere Hänger, nichts dramatisches, aber sie zeigen mir, dass ich noch nicht so ganz im Jahr angekommen bin. Covid-19 wütet immer noch und so bleibe ich einfach in der Sicherheit und Geborgenheit meines Heimathafens (meiner Wohnung). Das Arbeiten im Homeoffice wird langsam Normalität. Mittlerweile macht mich die Einsamkeit im Büro verrückt. Wenn auf dem ganzen weiten Stock niemand da ist, man nur mal aus der Ferne Stimmen hört, das ist sehr seltsam. Dann lieber Homeoffice, obwohl ich es sehr schätze Beruf und Privates zu trennen.
Um meinen Arbeitstag im Homeoffice abzuschließen habe ich mir ein kleines Ritual angewöhnt: Raus aus der Wohnung, kurzer Gang durch die frische Luft, dann wieder heim. Kurzer Blick in den Briefkasten. Dann zurück in die warme Wohnung. Das tut gut und die Rückkehr fühlt sich fast so an, wie im Feierabend nach Hause kommen.
Ansonsten ist der Januar mein Monat für den Winterschlaf. Es passiert meistens nichts (dieses Jahr natürlich auf besondere Weise). Das ist schön. Hier leuchten abends immer noch viele Kerzen. Meine Ideen für den Blog sprudeln. Auf dem Esstisch liegt ein 1500-Teile-Puzzle. Mir tut das gut. Es gibt mir Ruhe und Gelassenheit. Draussen ist es kalt und heute Morgen hat es ganz leicht geschneit. Ich habe das Gefühl nichts zu verpassen.
Wie geht es Dir in diesen Januartagen? Über einen kleinen Kommentar würde ich mich freuen!
Heute ist der 10te Januar, ob da Jahresanfangsgedanken noch statthaft sind? Keine Ahnung, aber ich traue mich einfach. Die erste vollständige Kalenderwoche des Jahres 2021 ist fast geschafft. Ganz persönlich bedeutet das, die Kehrwoche mit möglichem Winterdienst ist auch erledigt. Zwar hat es hier ein paar Schneeflocken geschneit, aber rund ums Haus sind sie nur auf den Dächern liegen geblieben. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit der Institution Kehrwoche etwas auf Kriegsfuss stehe, was auch an der etwas seltsam geprägten Hausgemeinschaft liegt. Für mich ist der Winterdienst ein Alptraum auf Rädern. In Gedanken beschäftigt mich das Thema eine ganze Woche lang sehr. Fragen wie: Ist es glatt-muss ich runter zum streuen? Reicht mein Streugut? Ist das Streuen ein trifftiger Grund, um das Haus während der nächtlichen Ausgangssprerre zu verlassen? All das kann ich nunmehr hintermir lassen, der Wettergott war auf meiner Seite. Dafür bin ich dankbar und stelle fest, in dem jungen Jahr habe ich schon eine kleine Hürde genommen.
Das Weltgeschehen und alle Themenkomplexe rund um die Pandemie drehen erstaunliche Pirouetten. Was für ein turbulenter Auftakt des Jahres. Nachrichten mag man schon gar nicht mehr schauen. Irgendwo habe ich gelesen, dass der Winter zum schlafen da ist. Gut. Ich habe daher beschlossen, mich für den Januar weiter einzuigeln und mich nur in meiner kleinen Blase zu bewegen. Eigentlich keine bahnbrechende Neuigkeit. Schon immer ist der Januar eher ein Monat des Rückzugs, als der großen Aktiviäten. Ich muss das Jahr einlaufen (wie neue Schuhe oder eine neue Jeans). Es dauert immer ein kleine Weile bis alles wieder seinen gewohnten Platz hat und rund läuft. Ich schleiche Weihnachten aus, die meiste Deko verschwindet in ihren Kartons, Krippe und Weihnachtsbaum verschwinden. Aber: der Fernseher bleibt im Schlafzimmer, die roten Kerzen werden abgebrannt und die Sterne (was wären die Alltagssterne auch ohne Sterne) bleiben noch eine Weile hängen.
Ein wenig Normalität gibt es dann doch. Wobei es keine normale Normalität ist sondern mehr eine Pandemie-Normalität. Mein Arbeitsjahr hat mit zwei Büro-Präsenztagen begonnen und wird ab kommenden Woche in eine 3:2-Arbeitswoche übergehen. Will heißen, die Woche besteht aus drei Homeoffice-Tagen und zwei Büro-Präsenztagen. Ich bin für diese Hybrid-Lösung sehr dankbar. Insgesamt bin ich dankbar, dass mein Arbeitgeber eine gute und praktikable Lösung gefunden hat. Die Prozesse haben sich eingespielt. Es ist sehr beruhigend. So darf das gerne weitergehen.
Also mache ich einfach erstmal so weiter. Tag für Tag. Woche für Woche. Das mag naiv erscheinen, aber nur so wird das ganze für mich überschaubar. Ich weiß, dass viele Konzepte und Strategien erwarten und fordern. Verständlich. In vielen Bereichen sind diese zwingend notwendig und erforderlich. Für mich ist dieses von Tag zu Tag und von Woche zu Woche ausreichend. Es sind keine großen Würfe, aber es ist besser als nichts. Es ist mein Weg mit dieser Krise klar zu kommen. Wenn ich den Januar überstanden habe, dann fange ich an Pläne zu schmieden. Vorher bleibe ich in meinem Heimathafen, sicher und gesund. Denn das ist das Wichtigste, gesund zu bleiben. Das wünsche ich uns allen. Bleib gesund!
Dennoch erfasst mich während ich das hier schreibe ein klein wenig die Neugierde. Was wohl so alles passieren wird? Wie wird sich das alles entwickeln? Wann wird es wieder eine normale Normalität geben? Kehren wir überhaupt zu unseren Ausgangspunkten (Leben) vor der Pandemie zurück? Wie wird unser Zusammenleben hinterher aussehen? Welchen Lehren ziehen wir daraus?
Ich glaube, dass sind zentrale Fragestellungen. Ob für uns alle, sei dahin gestellt, jedefalls aber für mich. Diese Fragen werden mich beschäftigen in diesem Jahr. Hoffentlich kann ich sie mir am Ende des Jahres 2021 beantworten.
Der Jahreswechsel steht wieder an. Der Start in die (angeblichen) goldenen Zwanziger des 21. Jahrhunderts war eher so semioptimal. Naturkatasptrophen und eine Pandemie, die die gesamte Weltbevölkerung im Würgegriff hält. Das ist alles hinlänglich bekannt. Aber wie wollen wir, will ich dieses Jahr in Erinnerung behalten? War alles Mist, bitte schnell vergessen?
Nein, im Gegenteil, denn wenn ich 2020 ins Universum jage, dann verpulvere ich Lebenszeit und wer weiß, wie viel davon noch übrig ist. Ich bin in diesem Jahr 50 geworden. Je näher der Tag im Dezember rückte, um so unruhiger wurde ich. Erinnerungen krochen aus Ecken und Nischen. Traurigkeit machte sich breit. Die Geburtstagsplanung wurde durch die Pandemie schnell vernichtet. Aber dann am Tag selber (und auch seither) kam eine grundlegende tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit über mich. Meine Mutter und meine Freunde glichen den Tag in Paris auf das wunderbarste aus. Sie schenkten mir Paris. Die Geburtstagsparty fand virtuell statt. Diese Erinnerungen möchte ich unbedingt behalten!
Im Oktober wurde mein neues Fahrrad endlich geliefert. Ich habe mir diesen Traum erfüllt und radle seither wann immer es geht (ja, sogar bei knapp über Null Grad oder bei leichtem Nieselregen) durch Stuttgart. Mein Rad, das ich Henriette getauft habe, bringt mir unglaubliche Freiheit im Fahrtwind. Das macht mich glücklich! Auch dies möchte ich in meinem Erinnerungsschatz des Jahres 2020 bewahren.
In diesem Jahr konnte ich erfolgreich meine Probezeit im neuen Job abschließen. Seid die Pandemie uns das Fürchten lehrt habe ich sehr oft gedacht, wie gut, dass ich noch in 2019 meine berufliche Neuorientierung vollzogen habe. Wobei ich einige neue Kolleginnen und Kollegen in 2020 kennengelernt habe, die die ersten Monate im Unternehmen aus dem Homeoffice mit Bravour gemeistert haben. Respekt, kann ich da nur sagen! Insgesamt bin ich für meinen recht krisenfesten Job (wie es sich in 2020 gezeigt hat) sehr dankbar. Für mich ist die Homeoffice-Zeit eine echte Herausforderung, Leben und Arbeit – das trenne ich gerne- verschwimmen so. Ab und zu habe ich Probleme mit Datum oder Wochentagen, aber ich weiß, es ist alternativlos. Mich und andere dadurch zu schützen, das ist es wert. Jeder Tote (w/m) ist einer zuviel!
Alle diese Erinnerungen möchte und muss ich mir bewahren, denn irgendwann wird es wieder etwas wie Normalität geben, dann kommen Tage an denen nichts so ist wie es sein soll und an denen ich mich an die Erlebnisse in 2020 erinnern will, um festzustellen, och, eigentlich ist dieses Jammertal bejammernswert, aber morgen ist alles wieder etwas besser.
Was in den Sternen steht-der Titel dieses Beitrags hat nichts mit Wahrsagerei zu tun, sondern vielmehr mit der Historie dieses Blogs. Zum Jahreswechsel 2013/2014 habe ich diesen Blog aufgesetzt. Immer wieder am Konzept und am Layout gearbeitet. Bloganalysen machen lassen und die Einschätzungen 1:1 umgesetzt, bis vom Ursprungskonzept nichts mehr da war. Die Blognische gesucht. Mich gefragt worin ich Expertin bin. In diesem Jahr werde ich zum Jahreswechsel zurück zu meinen Wurzeln gehen. Heute kann ich sagen, ich bin eine Expertin für Alltagssterne, für die Dinge in unserem Alltag, die ihn bunt, schön, lebenswert sind oder die trostspendend sind. Das habe ich selber getestet und daher kann ich guten Gewissens darüber berichten. Hier gibt es keine Lebensratschläge, nach dem Motto, wenn das eintritt helfen diese drei Dinge oder Familiencontent, weil ich weder Mann noch Kinder habe.
Dieser Blog -schau auf die Startseite und Du wirst es verstehen- gewährt Einblicke und zeigt wofür ich mich interessiere. Dieser Blog und seine unterschiedlichen Aspekte machen mir Spaß. In Krisenzeiten haben mir diese Aspekt schon oft Trost, Halt und Mut gegeben. Mich stabilisiert und zum weitermachen ermutigt (wie dieser Blog insgesamt). Heute bist Du hier und liest diesen Artikel (hast es sogar fast ans Ende geschafft), vielen Dank dafür, morgen mag Dich vielleicht etwas anderes an oder vielleicht auch gar nichts. Vielleicht magst Du aber auch erst übermorgen wiederkommen. Alles ist möglich, das ist das Leben! Genauso ist es gut.
Ich liebe Bücher, sie ziehen mich magisch an. An einer Buchhandlung komme ich nicht vorbei, ohne wenigstens einen Blick ins Schaufenster zu werfen. Daher präsentiere ich Euch heute meine zehn Lieblingsbücher mit ihren ersten Sätzen. Wie wichtig erste Sätze sind, weiß jeder, der sich mit dem Schreiben beschäftigt. Sie entscheiden, darüber ob mich ein Buch packt oder ob es sich zum seitweisen Kampf entwickelt. Selten lege ich ein Buch nach den ersten Seiten weg. Ich gebe ihm immer eine Chance. Mitunter auch bis zur Hälfte. Aber wenn der erste Satz gut ist, dann macht es einfach vielmehr Spaß.
Anfangs habe ich mich mit dem Lesen schwer getan. Aber irgendwann ist der Knoten geplatzt, danach entwickelte ich mich zum wahren Bücherwurm. Auslöser war glaube ich, das Buch “Das doppelte Lottchen”. Die Kästner-Liebe ist geblieben, doch dazu gleich mehr.
Nummer Eins: Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier
Zwei oder dreimal habe ich das Buch schon gelesen bzw. das Hörbuch gehört. Mich berührt die Geschichte von Mundus wegen der – auch für mich zentralen Themen – Aufbruch und Reisen. Genug von meinen Worten. Lassen wir das Buch sprechen:
Der Tag, nach dem im Leben von Raimund Gregorius nichts mehr sein sollte wie zuvor, begann wie zahllose andere Tage.
Nummer Zwei: Feuer und Stein von Diana Gabaldon
Lange bevor “Outlander” als Serie ins Fernsehn kam, bin ich der Reihe verfallen. Ich habe alle Bände verschlungen. War verliebt in Jamie, habe die Schlacht von Culloden mit den Schotten durchlebt und mit Claire gelitten. Schon der erste Satz hat mich gepackt. Sagen wir beide erste Sätze, denn es gibt hier eine kurze Einleitung und dann den ersten Satz des ersten Teils.
Einleitung: Menschen verschwinden ständig.
Erste Satz des ersten Teils: Der Ort sah, zumindest auf den ersten Blick, niht so aus, als würden dort viele Menschen verschwinden.
Nummer Drei: Das Lächeln der Frauen von Nicholas Barreau
Klar das ein Buch, dessen Geschichte in Paris spielt, in meinen TOP 10 nicht fehlen darf. Dem ersten Satz kann ich nur zustimmen, denn ich bin der festen Überzeugung, dass das Bücher leisten können. Ihr fragt Euch, was genau? Bitteschön:
Letztes Jahr im November hat ein Buch mein Leben gerettet.
Nummer Vier: Die Perspektive des Gärtners von Håkan Nesser
Mit vier vollgepackten Koffern und zwei leeren Herzen kamen wir nach New York.
Ein fullminanter Start für einen irre spannendes Buch, wobei die Spannung sich nach und nach erst aufbaut.
Nummer Fünf: Als ich ein kleiner Junge war von Erich Kästner
Da isser wieder. Auch hier kann ich mich nicht für DEN ersten Satz entscheiden. Den sowohl der erste Satz des “Vorwortes” als auch der des ersten Kapitels sind einfach nur brilliant:
Vorwort: Meine Freunde machen sich scho seit langem darüber lustig, dass keines meiner Bücher ohne ein Vorwort erscheint.
Erstes Kapitel: Wer von sich selbr zu erzählen beginnt, beginnt meist mit ganz anderen Leuten.
Nummer Sechs: Bretonische Verhältnisse von Jean-Luc Bannalec
Ein Krimi, noch dazu in der Bretagne angesiedelt, auch das darf in meiner Besten-Liste nicht fehlen. Monsieur le Commisaire mag ich einfach und das begann so:
Es war ein fabelhafter Sommertag, dieser 7. Juli.
Nummer Sieben: Das Leben drehen von Nicole Walter
Nichts ist wichtiger im Leben als unsere Gesundheit. Bücher, die zeigen, dass das auch ganz anders sein kann sind wirklich herausragend. Die Geschichte hier ist traurig, aber dennoch irgendwie lebensfroh, sie beginnt so:
Auf einmal waren sie da, die ersten Schneeglöckchen.
Nummer Acht: Eat Pray Love von Elizabeth Gilbert
Ein Buch das nachdenklich stimmt und das Potenzial hat etwas im Leben der Leser verändern zu können. Freilich nur, wenn man sich darauf einlässt.
Einleitung: Wenn man durch Indien reist – und vor allem, wenn man heilige Stätten und Ashrams besucht -, sieht man eine Menge Leute mit Perlen um den Hals.
Erstes Buch, Kapitel Eins: Ich wollte, Giovanni würde mich küssen!
Nummer Neun: Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena
Tante Anna starb mit sechszehn an einer Lungenentzündung, die aufgrund ihres gebrochenen Herzens und des noch nicht entdeckten Penizillins nicht heilen konnte.
Ich glaube ich habe das Buch erstmals kurz vor oder kurz nach dem Tod meines Vaters gelesen. Thema passt. Bücher sind so oft Trost oder die Möglichkeit abzutauchen/abzuhauen.
Nummer Zehn: Die Bucht, die im Mondlicht versank von Lucy Clarke
Die Geschichte nimmt sehr langsam Fahrt auf, aber dann kann man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen.
Prolog: Salzwasser brennt in meiner Kehle, als ich prustend wieder auftauchte.
Kapitel Eins: In der Ferne höre ich die Wellen an den Strand schwappen
Diese zehn Bücher begleiten mich mehr oder weniger lange. Sie haben mein Leben bereichert. Das ist natürlich eine sehr individuelle Geschichte. Habt Ihr solche Lieblingsbücher? Erzählt doch mal?
Lass Deine Alltagssterne leuchten, Anja***
In eigener Sache
Dieser Blogpost ist eine Idee von mir und wurde von niemandem beauftragt. Alle Bücher habe ich selbst gekauft bzw. wurden sie mir geschenkt. Auf Wunsch sende ich gerne eine Buchliste zu mit Verlag, Erscheinungsjahr etc. so wie man das aus den Fußnoten von Diplomarbeiten kennt.
Kurz entschlossen bin ich im Juni 2019 nach Spanien gereist. Ein lohnendes Ziel, denn Madrid und Kastilien sind wahrlich Spaniens majestätische Mitte. Es war meine erste Gruppenreise überhaupt.