Allgemein, Nachtgedanken

Jahresanfangsgedanken

Heute ist der 10te Januar, ob da Jahresanfangsgedanken noch statthaft sind? Keine Ahnung, aber ich traue mich einfach. Die erste vollständige Kalenderwoche des Jahres 2021 ist fast geschafft. Ganz persönlich bedeutet das, die Kehrwoche mit möglichem Winterdienst ist auch erledigt. Zwar hat es hier ein paar Schneeflocken geschneit, aber rund ums Haus sind sie nur auf den Dächern liegen geblieben. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit der Institution Kehrwoche etwas auf Kriegsfuss stehe, was auch an der etwas seltsam geprägten Hausgemeinschaft liegt. Für mich ist der Winterdienst ein Alptraum auf Rädern. In Gedanken beschäftigt mich das Thema eine ganze Woche lang sehr. Fragen wie: Ist es glatt-muss ich runter zum streuen? Reicht mein Streugut? Ist das Streuen ein trifftiger Grund, um das Haus während der nächtlichen Ausgangssprerre zu verlassen? All das kann ich nunmehr hintermir lassen, der Wettergott war auf meiner Seite. Dafür bin ich dankbar und stelle fest, in dem jungen Jahr habe ich schon eine kleine Hürde genommen.

Das Weltgeschehen und alle Themenkomplexe rund um die Pandemie drehen erstaunliche Pirouetten. Was für ein turbulenter Auftakt des Jahres. Nachrichten mag man schon gar nicht mehr schauen. Irgendwo habe ich gelesen, dass der Winter zum schlafen da ist. Gut. Ich habe daher beschlossen, mich für den Januar weiter einzuigeln und mich nur in meiner kleinen Blase zu bewegen. Eigentlich keine bahnbrechende Neuigkeit. Schon immer ist der Januar eher ein Monat des Rückzugs, als der großen Aktiviäten. Ich muss das Jahr einlaufen (wie neue Schuhe oder eine neue Jeans). Es dauert immer ein kleine Weile bis alles wieder seinen gewohnten Platz hat und rund läuft. Ich schleiche Weihnachten aus, die meiste Deko verschwindet in ihren Kartons, Krippe und Weihnachtsbaum verschwinden. Aber: der Fernseher bleibt im Schlafzimmer, die roten Kerzen werden abgebrannt und die Sterne (was wären die Alltagssterne auch ohne Sterne) bleiben noch eine Weile hängen.

Ein wenig Normalität gibt es dann doch. Wobei es keine normale Normalität ist sondern mehr eine Pandemie-Normalität. Mein Arbeitsjahr hat mit zwei Büro-Präsenztagen begonnen und wird ab kommenden Woche in eine 3:2-Arbeitswoche übergehen. Will heißen, die Woche besteht aus drei Homeoffice-Tagen und zwei Büro-Präsenztagen. Ich bin für diese Hybrid-Lösung sehr dankbar. Insgesamt bin ich dankbar, dass mein Arbeitgeber eine gute und praktikable Lösung gefunden hat. Die Prozesse haben sich eingespielt. Es ist sehr beruhigend. So darf das gerne weitergehen.

Also mache ich einfach erstmal so weiter. Tag für Tag. Woche für Woche. Das mag naiv erscheinen, aber nur so wird das ganze für mich überschaubar. Ich weiß, dass viele Konzepte und Strategien erwarten und fordern. Verständlich. In vielen Bereichen sind diese zwingend notwendig und erforderlich. Für mich ist dieses von Tag zu Tag und von Woche zu Woche ausreichend. Es sind keine großen Würfe, aber es ist besser als nichts. Es ist mein Weg mit dieser Krise klar zu kommen. Wenn ich den Januar überstanden habe, dann fange ich an Pläne zu schmieden. Vorher bleibe ich in meinem Heimathafen, sicher und gesund. Denn das ist das Wichtigste, gesund zu bleiben. Das wünsche ich uns allen. Bleib gesund!

Dennoch erfasst mich während ich das hier schreibe ein klein wenig die Neugierde. Was wohl so alles passieren wird? Wie wird sich das alles entwickeln? Wann wird es wieder eine normale Normalität geben? Kehren wir überhaupt zu unseren Ausgangspunkten (Leben) vor der Pandemie zurück? Wie wird unser Zusammenleben hinterher aussehen? Welchen Lehren ziehen wir daraus?

Ich glaube, dass sind zentrale Fragestellungen. Ob für uns alle, sei dahin gestellt, jedefalls aber für mich. Diese Fragen werden mich beschäftigen in diesem Jahr. Hoffentlich kann ich sie mir am Ende des Jahres 2021 beantworten.

Lass Deine Alltagssterne leuchten, Anja***