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Herbstliebe ist Kastanienliebe

Der Oktober macht seinem goldigen Status ja gerade alle Ehre. Da geht man ja gerne raus. Blätter rascheln unter den Schuhen. Kastanien sammeln. Das habe ich als Kind schon gerne gemacht. Aus den Kastanien wurden dann immer Figuren mit Streichhölzern gebastelt, die meist nicht lange gehalten haben. Das Kastanien sammeln, ist das Ostereier suchen des Herbstes. Die erste Kastanie fand ich dieses Jahr in Zuffenhausen. Aus Hamburg habe ich auch eine mitgebracht. Der große Schwung kommt nun aus meinem Viertel. Auf der Straße liegen lauter platt gefahrene Kastanien, das tut mir immer so leid. Die Kastanien lasse ich nun eine kleine Weile trocknen (sonst schimmeln sie schnell) und dann werden sie zu Dekozwecken in der Wohnung verteilt. Übrigens hebe ich die Kastanien immer jahrelang auf. Zum Frühjahr werden sie dann wieder eingemottet.

 

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

bloggenmitherz, rausausderroutine

Inselwind im Haar oder wie ich mich föhrliebte

Die Geschichte wie alles begann

Endlich bin ich auf Föhr. Meinem Sehnsuchtsort der letzten Monate. Dem Rettungsanker meiner stürmischen Gedanken. Das Inselabenteuer ist Realität geworden.

Das metallische Kratzen eines Rechens im Kies bricht sich im knisternden Rauschen der Eichenblätter. Ich weiß nicht, wann ich das zuletzt hörte. In der Stadt kennt man nur  Laubpuster, der die Nachbarschaft beschallt.

Ein stiller Zeitgenosse hat sich auf der Armlehne des Gartenstuhls niedergelassen. Lautlos flog er herbei und trotzt bewegungslos dem Inselwind, die Beine unter der Körper gezogen. Ob er noch lebt, dieser kleiner Bote aus Sommerzeiten?

Der Kies unter meinen Füßen macht meine Bewegungen hörbar. Die kehligen Muhen der Kühe nebenan unterbrechen meine Gedanken. Und so wie der Wind die Wolken vorantreibt ziehen meine Gedanken vorbei. Mein Blick wandert zum Horizont. Hinweg über das satte Grün der Felder. Über dem Wäldchen ziehen Krähen ihre Kreise. Hier auf der Insel klingen ihre Stimmen, wie eine wohlwollende Melodie und nicht wie harte Laute. Ist hinter dem Wäldchen die See?

Ich wünsche mich dorthin. Zu den Möwen und dem gleichförmigen Klatschen der Nordsee beim Anlanden am Strand. Zum Strandgut sammeln und Seele baumeln lassen. Die Luft tut gut. Mit jedem Atemzug durchdringt sie mich. Zug um Zug erfüllt mich eine Klarheit, wie lange nicht. Hier bin ich ich. Ganz pur. Ungeschminkt.

Der Ballast der letzten Monate fiel schon bei der Anreise mit einem lauten Platschen ins Meer. Ich hoffe er bleibt dort.

Aus der Tenne tritt das Lachen der Bloggerkolleginnen gegen den Inselwind an. Es zieht mich hinein und doch mag ich mich nicht vom Inselwind, der meinen Körper und meinen Geist abkühlt, nicht trennen. Noch nicht. Noch ein kleines Weilchen den Wind im Haar spüren.

Neben mir fällt ein Blatt auf den Tisch. Der Ton ist erstaunlich, wie das Zerschellen von Glas auf den Küchenfliesen. Hinter mir wird es laut. Ein Laster? Nein, es ist ein Trecker mit Anhänger.

An den Baumstämme vor mir, haben wir eben unser Gruppenbild gemacht. Die Feuerstellen dahinter erzählen Geschichten von Feuer und Geselligkeit. Von Frühjahr und Herbst. Verrostet stehen sie da. Man meint, das letzte Feuerprasseln hören zu können. Flink krabbelt eine kleine filigrane schwarze Spinne heran. Sie scheint neugierig zu sein.

Der Wind zerrt an den Blättern meines Notizbuchs. Er pfeift in meinen Ohren und zerzaust mein Haar. Die Tür zur Tenne öffnet sich. Jemand tritt heraus. Ich bleibe regungslos sitzen und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Sie finden ihren Weg vom Kopf durch den Stift auf das Papier. Das Kratzen des Bleistifts kann sich kaum gegen den Inselwind durchsetzen. Er zieht an meinem Schal und meinem Rocksaum. Der Aschenbecher hinter mir klappert. Das muntere Stimmengewirr dringt wieder heraus aus der Tenne. Leben – buntes Leben dort drinnen! Ich gönne mir noch einen letzten Moment mit dem Inselwind.

Dann bin ich wieder alleine hier draußen. Allein mit meinen Gedanken. Alleine mit Föhr. Ein nicht identifiziertes tierisches Flugobjekt überfliegt mich schimpfend. Gefolgt von einem Motorflugzeug, das mich an meine Balkonsonntage im Sommer erinnert. Zuhause ist soweit weg.

Langsam gewinnt die Sonne den Kampf mit den Wolken und bricht durch sie hindurch. Auch dieser Kampf ist hier auf der Insel schier hörbar. Eine Wespe brummt an meinem Ohr vorbei und erinnert an den Sommer. Ich meine das Kinderlachen zu hören, das hier in den letzten Woche gelacht wurde. Mit Sicherheit hatten sie hier im Kies oder in der Sandkiste des Hoftel Föhr ihren Spass.

Und doch… Es ist Herbst und der Wind wird langsam aufdringlich. Will er mich vertreiben? Die Füße werden kalt, die Hände klamm!!!

Ein Auto knirscht im Kies. Pötzlich bin ich zurück im Jetzt und gehe hinein. Lautstark knurrt mein Magen.

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

 

Große Magnolienliebe oder unterwegs im Viertel

Seit ich denken kann liebe ich Magnolien. Im Schlafzimmer meiner Großeltern hing immer das Bild eines Magnolienzweigs in einer Vase, das meiner Opi gemalt hatte. Dieses Bild hängt nun bei mir und so kann ich ganzjährig meiner Magnolienliebe frönen (und ganz nebenbei an meine lieben Großeltern denken!).

In den letzten Wochen war ich einige Male in meinem Viertel unterwegs. Hier stehen einige wunderschöne Magnolienbäume. Immer wenn ich mit meiner Kamera unterwegs war, habe ich Blut und Wasser geschwitzt, weil ich eine Heidenangst hatte, dass mich ein Nachbar wegen Spionage (ich habe mit meinem Teleobjektiv fotografiert) anzeigt. Aber… ich bin daheim, wohlbehalten und sitze nicht in Stammheim ein.

Genug der langen Rede… Hier meine Magnolienliebefotos:

Sind das nicht ganz wundervolle Alltagssterne?

 

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

Scharfe Pasta {Beitrag zum Blogevent “Glücksküche”}

Julia hat zum Blogevent Glücksküche eingeladen und zwar schon vor einiger Zeit. Sie feiert damit den zweiten Bloggeburtstag ihres Blogs “Kochlie.be“. Ich habe Julia im September im Rahmen des Bloggertreffens in Stuttgart kennengelernt.

Glücksküche und Alltagssterne das harmoniert doch sehr, findet Ihr nicht?

Glück2_500

Mir war recht schnell klar, dass ich mich irgendwie beteiligen wollte. Tja, und dann fiel die Blogstille über mich her. Nichts gelang und kreative Einfälle hatte ich keine. Also schob ich meinen Beitrag, am Ende hätte ich meine Teilnahme fast verdaddelt. Letzten Sonntag saßen Julia und ich dann beim Bloggerbrunch nebeneinander und mir dämmerte es. Aber von einer Idee war immer noch keine Spur. Heute um 24 Uhr endet nun dieser schöne Blogevent und ich hatte meine Teilnahme schon gedanklich abgehakt. Gestern beim einkaufen hatte ich dann jedoch die zündende Idee.

Also habe ich heute Vormittag gekocht und Fotos erstellt. Ich freue mich Euch nun eines meiner Soulfood-Rezepte präsentieren zu können, wenn es ein anstrengender Arbeitstag war, dann kann diese Pasta den Abend noch retten…

Pasta mit scharfer Melonen-Tomaten-Sauce

 

Alltagsstern_Glueckskueche_Pasta

Ungewöhlich auf den ersten Blick. Aber ich kann Euch verraten, es schmeckt! Dieses Rezept vereint alle meine Lieblingszutaten. Pasta, Tomaten, Käse, Pinienkerne und eine fruchtige Note durch die Melonen. Die Sauce ist ratz-fatz fertig, das liebe ich, denn ich bin eine Abendköchin und da ist es wirklich gut, wenn es schnell gemacht ist.

So gelingt es:

[ul]
[li icon=”star”]Lieblingspasta kochen. Ich habe heute Bavette genommen.[/li]
[li icon=”star”]Cantaloupe-Melone halbieren und würfeln (für zwei Personen die ganze Melone nehmen)[/li]
[li icon=”star”]Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und die Melonenwürfel darin unter rühren anbraten. Sie sollten nicht anbrennen![/li]
[li icon=”star”]Kurz das Tomatenmark mit anbraten.[/li]
[li icon=”star”]Knoblauchpulver und den Ziegenfrischkäse (oder Sahne) hinzugeben.[/li]
[li icon=”star”]Mit Tomaten-Passata nach belieben ein Sauce herstellen.[/li]
[li icon=”star”]Abschmecken mit Chilipulver, Pfeffer und (Kräuter-)Salz.[/li]
[li icon=”star”]Pinienkerne kurz rösten, beim Anrichten über die Sauce geben.[/li]
[/ul]

Ihr seht, das ist wirklich schnell gemacht. Es lässt sich gut während der Kochzeit der Pasta bewerkstelligen. Gehobelter Parmesan passt auch hervorragend dazu. Ich nehme immer nur die halbe Melone das reicht gut für eine Person. Pasta koche ich immer mehr, so dass ich dann mit der zweiten Melonenhälfte die Sauce noch mal frisch zubereiten kann und am Schluss darin die Pasta erwärme.

Dir, liebe Julia, schicke ich alle guten Wünsche für die weiteren Blogjahre. Ich freue mich auf ein Wiedersehen beim Stammtisch.

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

 

Manchmal…

… verwunden Worte die Seele so sehr, dass sie danach monatelang im Koma liegt.

… wäre es gut, wenn man Gesprächspartner stumm schalten könnte.

… gleicht Desinteresse einer Ohrfeige.

… überragt bei Ratschlägen der Schlag statt dem Rat.

… hilft Tee auch nicht.

… würde man bei Streitgesprächen mit sich selbst gerne aufstehen und gehen.

… leben die Gedanken nicht im Hier und Jetzt sondern in der Zukunft.

… hat eine Minute nur 30 Sekunden und die Stunde nur 30 Minuten.

… heilt die Zeit nicht alle Wunden.

… möchte man sich einfach nur noch unter die Bettdecke flüchten.

… ist ein Gänseblümchen und ein Sonnenstrahl mehr Wert als Geld.

… hilft nur noch Galgenhumor.

… rettet lachen eine ausweglose Situation.

… ist eine kleine Geste – ein Lächeln, ein Händedruck – ein Seelentröster.

… sind Tränen Medizin.

… muss man einfach mal laut ‘stop’ sagen und stehenbleiben.

… kann man Blumen beim wachsen zu sehen.

… darf man auch mal laut jubelnd durch die Wohnung toben.

 

Und Ihr so? Wie erweitert Ihr den Manchmal-Satz?

 

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***