Allgemein, Paris

Reisen in Gedanken: Paris

Man sagt Paris sei stets eine Reise wert. Ich sage: stimmt. Von Stuttgart bin ich in der gleichen Zeit in Paris wie ich an den Niederrhein benötige. 2017 habe ich meinen Geburtstag in Paris verbracht, darüber habe ich bereits einen Artikel veröffentlicht (den findest du hier). Für meinen 50igsten Geburtstag hatte ich das auch geplant, aber dann kam im Jahr 2020 ja alles ganz anders…

Paris hat mich 2017 so verzaubert, dass mittlerweile kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht kurz in Gedanken dorthin reise (Instagram sei dank!). Interessanterweise finden sich in meinem Umfeld viele Paris-Begeisterte und so kommen doch viele schöne Ideen für einen tollen Paris-Trip zusammen. Auch lese ich mich gerne nach Paris, aber das ist eine andere Geschichte…

Heute erzähle ich von meiner Reise im August 2019. Gemeinsam mit meiner lieben Freundin Sonja habe ich dort ein tolles Sommerwochenende verbracht. Wir haben Francois kennengelernt, haben bei Henriette übernachtet, hatten einen Lachflash am Hôtel de Ville, waren shoppen bei “Merci”, stromerten durch Saint Germain des Prés, haben unfassbar schöne Ecken entdeckt und uns munter durch Paris gefuttert. Kurzum es war herrlich und brachten uns Erinnerungen für die Ewigkeit.

Die ersten Paris-Trips sind lange her

Irgendwann in den 80er Jahren war ist das erstemal in Paris. Eine Tagestour im Rahmen des Schüleraustauschprogramms meiner Realschule. Daran habe ich irgendwie nur wenige Erinnerungen: Centre Pompidou und der Place du terte mit seinen vielen Malern. Ich glaube ich war damals 15 oder so. Mit 19 war ich dann das zweitemal in Paris über Pfingsten mit meiner Mutter. Die Busreise hatten mir meine Eltern zum bestandenen Abitur geschenkt. Auch hieran habe ich nur wenige Erinnerungen. Dann folgten mit seeehr langem Abstand die Reisen in den Jahren 2017 und 2019, die ich seither in meiner Erinnerungskiste mit mir herumtrage. Aber zurück zu dem Augustwochenende mit Sonja in Paris. Wir waren am ersten Augustwochenende in Paris, Frankreichkenner wissen was das bedeutet, ganz Frankfreich fährt ans Meer, denn die Ferien beginnen. Die einzigen, die nicht unterwegs ans Meer sind, sind die die dort schon wohnen. Vor allem die Pariser setzen sich in Bewegung nach Südfrankreich oder an den Atlantik. Wer denkt, dass man dann Paris für sich hat, das passiert wohl nie, der irrt, denn es sind schon ziemlich viele Touristen unterwegs. Aber egal…

Einfach drauf los erkunden

Das schöne an unserem Trip war, dass wir kein vorgefertigtes Programm hatten, keine Sehenswürdigkeitenliste, die abzuarbeiten war. Lediglich drei Eckpunkte waren gesetzt:

  1. unsere Reisezeiten mit dem TGV;
  2. die Unterkunft;
  3. das Mittagessen am Samstag (aus Gründen).

Wir sind einfach losgelaufen und haben uns treiben lassen. Ab und an mal ein Blick auf Google-Maps das war es auch schon. Eine extrem angenehme Art eine Stadt zu erkunden. Zwar hatten wir beide unabhängig von einander Reiseführer gewälst und Listen geschrieben, aber schlussendlich hat Paris getan was Paris eben so tut: seinen Zauber verströmt!

Übrigens: ich schwelge in Erinnerungen, während ich hier sitze und tippe. Dabei merke ich, dass ich auch für diesen Artikel kein Konzept habe, sondern vielmehr mich durch das Meer der Erinnerungen treiben lasse, um zu schauen, was am Ende heraus kommt. Begleite mich doch einfach und bade mit mir in den Erinnerungen an ein sehr besonderes, sehr zauberhaftes August-Wochenende in Paris!

Die Bilder eines Augustwochenendes in Paris

Jardin des Combattants-de-la-Nueve

Eine lauschige kleine Grünanlage unweit des Hôtel de ville. Dort waren wir am Samstagnachmittag und haben eine Verschnaufpause eingelegt: Wir saßen auf einer Holzbank und aßen Törtchen. Die Blicke der anderen Besucher zogen wir auf uns, weil wir die Schuhe ausgezogen und einen Lachflash von 10 Minuten hatten. Seither reicht das Wort “Shitkickers” und es geht wieder los!

 

 

Im Jardin de Luxembourg

Hier kann man auf das Schönste seine Zeit verbummeln. Schöne Stühle laden zum verweilen ein. Schade, dass es sowas bei uns nicht gibt. Wir hatten eine tolle Zeit im Jardin de Luxembourg. Ein kleine Weile sind wir an der Boules-Bahn gesessen haben etwas getrunken und den Boules-Spielern zugesehen. Davon hatte ich schon lange geträumt. Für mich ist nichts typisch französich als das. Einer der Spieler hat sich erkundigt, wo wir herkommen und mir angeboten, es mal zu probieren. Beim nächstenmal… Vielleicht!

 

 

Rue Campagne-Premiere Nr. 31

Das Haus aus dem Jahr 1911 wurde von dem Architekten Andre Arfidson entworfen. Die Fassadendetails sind Keramikfliesen von Alexandre Bigot. Angeblich findet sich hier die erste Maisonette-Wohnung in Paris. Dieses Haus hat mich total geflasht. Seither frage ich mich, warum niemand mehr solch schöne Häuser baut. Die folgenden Bilder zeigen noch weitere Impressionen dieses Hauses.

 

 

Cour Damoye

Hier sind wir sehr zufällig gelandet. Aber es hat uns sehr gefallen. Es roch herrlich nach Kaffee. Es war so schön still dort, wenn man bedenkt, dass der Place de la Bastille nicht weit weg ist, ein kleines Wunder.

 

Unterwegs in Paris

Wir haben viel gesehen von Paris, weil wir zu Fuß unterwegs waren. Zweimal haben wir den Bus genommen und einige längere Distanzen (vor allem mit unserem Gepäck) haben wir mit der Metro überwunden. Metro fahren ist ein MUSS in Paris. Der Geruch und die Geräusche im Untergrund. Das Rattern der Züge. Die Ansagen der nächsten Station. Ich find das toll! Und Sonja sei Dank, kamen wir immer am bestgelegenen Ausgang der Station raus. Diesen Hammer-Trick habe ich mir schon für den nächsten Trip notiert!

 

In der Rue de la Montagne Sainte Geneviève

Während Sonja im Plattenladen La Dame Blanche stöbert erhasche ich diesen tollen Einblick. Ich liebe dieses Bild.

Funfact: Outlander-Fans (oder Liebhaber der Bücher von Diana Gabaldon) kennen den Namen als “Spitzname” von Claire Fraser in Paris des 16ten Jahrhunderts. Ich war da ganz aus dem Häuschen…

 

Le Café Saint-Médard

Den ersten Café nach der Ankunft in Paris vergisst man nicht: vom Hotel waren wir einige Minuten gelaufen. Bis zum Square Saint Médard. Auf der Kreuzung plätscherte ein großer Brunnen. Vor uns die schöne Kirche Saint-Médard und die quirrlige Rue Mouffetard. Hier also nahmen wir unseren ersten Café und aßen das erste Croissant (Pain au chocolat war leider aus). UND: nach über dreißig Jahren Einrostung meine erste Bestellung auf französisch!

 

Fontaine Guy Lartigue

 

Hôtel Henriette

Ein tolles Hotel. Hier kann man sich wirklich wohlfühlen und die Lage ist einfach richtig gut. Eine Metro-Fahrt ohne Umstieg vom Gare de l’Est entfernt.

Und wir haben gelernt, dass Pariser Frisöre bis in die frühen Morgenstunden geöffnet haben und dort die tollsten Partys feiern.

 

Grande Mosquée de Paris

Vom Hotel sind wir dorthin gelaufen. Die erste Station unserer Sonntagstour. Mit diesem Blick in den Innenhof wurden wir belohnt.

Die nächsten Stationen folgen hier nach, in chronologischer Reihenfolge…

 

 

 

Francois

Das ist er, Francois der Frosch. Er lebt im Jardin des Plantes. Ich hoffe es geht im gut! Leider hat C verhindert, dass ich im letzten Jahr nachschauen konnte.

Der Besuch des Jardin des Plantes war toll. Wir haben ihn am Sonntag besucht. Es war ruhig dort. (Sieht man von der Volkslauf-Trainingsgruppe mal ab!) Francois haben wir ein ganze Weile beobachtet. Bis wir weiterzogen Richtung Seine.

 

Das Refugium von Francois

 

Île Saint-Louis

 

Sonntags an der Seine

Ein Spaziergang an der Seine entlang gehört irgendwie dazu. Wir waren dort sonntags unterwegs. Toll! Einfach nur schön.

Auf der Île Saint-Louis waren wir etwas shoppen und haben in einer Mini-Crêperie sehr leckere Crêpes gegessen. Specktakulär war der Abstieg zum Örtchen…

 

 

 

Fassaden & Türen

Entweder schaue ich auf die Häuserfassaden oder auf die Haustüren in Paris. Die sind so schön, ich kann mich daran einfach nicht sattsehen. Das birgt allerdings die Gefahr, dass ich Leute umrenne oder von einem Motorroller erfasst werde, weil ich nicht zusätzlich darauf achten kann, wo ich gerade bin. Fußgängerweg oder schon Straße?! Man muss Prioritäten setzen…

 

Blumenbeet am Hôtel de Ville

 

La tour Eiffel

Den Abschluss bildet der Eiffelturm. Kein Paris-Aufenthalt ohne Besuch beim Türmle…

Wobei ich sehr erschrocken war, was am Samstagabend dort los ist und wir rüpelhaft die Touris sich dort aufführen.

Dennoch… ich liebe den Eiffelturm einfach. Wir haben die Lichtshow nicht abgewartet, sondern sind einfach durch das Viertel drum herum flaniert. Fassaden gucken… Du weißt schon!

 

 

Den Abschluss des Samstagabend bildete eine tolle Begegnung mit einem älteren Herrn in einer Brasserie unweit des Eiffelturms, der uns hinsichtlich der Essensauswahl beraten hat und nach dem zahlen im Inneren der Brasserie verschwand. Zuvor erzählte er uns, dass er jeden Tag dort essen würde…

Insgesamt hatten wir einige schöne Begegnungen, an die ich mich gerne erinnere. Wir haben viel gelacht und viel gesehen. Haben gut gegessen und gelegentlich gemeinsam geschwiegen, eine ganz herausragende Erfahrung. Gemeinsam reisen und schweigen, das kann und mag nicht jeder, für uns war es genau richtig.

 

 

Merci Paris

Danke Paris, dass du uns so warmherzig aufgenommen hast und uns ein wahrlich tolles Wochenende bereitet hast. Merci, Paris! A bientôt…

Danke, liebe Sonja, Du bist eine großartige Reisbegleiterin, Wegfinderin, Metroflüsterin und Freundin. Mit Dir macht das Schweigen Spaß und geteilte Lachflashs werden zum Runninggag! Shitkickers forever…

Vielen Dank, dass Du mit mir diese Reise in Gedanken unternommen hast. Ich hoffe es hat Dir gefallen. Viele schöne Bilder bleiben ungezeigt und viele schöne Erinnerungen ungeteilt. Aber vielleicht teile ich sie ein anderes mal mit Dir.

Warst Du schon in Paris oder planst Du eine Reise dorthin? Paris ist wirklich immer eine Reise wert.

 

Lass Deine Alltagssterne leuchten, Anja***