Unterwegs mit der Museumsbande

Neulich hat mich eine Erkenntnis getroffen, wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Ich hab den S-O-M-M-E-R-B-L-U-E-S! Mit dem Sommer 2017 stehe ich seit irgendwie auf Kriegsfuss. Wir sind so ein kleines wenig verstritten und wir werden wohl auch keine dicken Freunde mehr.  Mir ist das in diesen Breitgraden einfach viel zu schwül und stickig. Alle – auch ich- haben sämtliche Fenster offen. Überall verlagert sich das Leben nach draußen. Meines hinein. Denn das Leben meiner Nachbarn will ich nicht in aller Lautstärke, mit sämtlichen Geräuschen und Gerüchen mit erleben. NEIN! Manche Bilder will ich nicht im Kopf haben. In manchen Nächten ist an Schlaf nicht zu denken, entweder weilRücksicht nicht mehr existiert oder schlichtweg, weil es viel zu warm ist zum schlafen. An lüften ist auch nicht zu denken. Mein Wecker klingelt morgens um 5:00 Uhr und der Arbeitstag ist meist lang und anstrengend. Da ist es oft so, dass ich um 21:00 Uhr völlig geplättet im Bett liege. Aber im Sommer kann ich einfach aus genannten Gründen keine Ruhe finden. Um etwas Luft zu bekommen, stehen Balkontüre und Zimmerfenster weit offen. Im Schlafzimmer ist es dann meist zwischen 25 und 28 Grad. Also liege ich da und nehme indirekt am Leben meiner Nachbarn teil. Ob ich will oder nicht. Schweißgebadet, müde und gereizt. Nein, das ist wirklich nicht lustig. Wenn ich draußen unterwegs bin, geht der Blick immer gen Himmel, weil ich so fürchterliche Angst vor Gewittern habe und mich Panikwellen erfassen, wenn das erste Donnergrollen zu hören ist und erste Blitze den Himmel durchzucken. Mücken mögen mich auch, sehr! Die hindern mich zudem auch noch am schlafen. Nein, der Sommer 2017 und ich wir haben schon irgendwie ein seltsames Verhältnis. Deswegen leide ich also zur Zeit Sommerblues. Ich freue mich auf den Tag, an dem sich die ersten Herbstanzeichen zeigen. Wenn Herbst in der Luft liegt. Leichte Nebelschwaden oder der reste Tau die Welt anders wirken lässt. Ich freue mich auf Kerzen und Rotwein. Auf Kastanien sammeln und Blätter rascheln. Was ich definitiv wieder sehr vermissen werden, sind meine Mauersegler-Nachbarn.

Möglicherweise fragst Du Dich, was das alles jetzt alles mit der Museumsbande zu tun hat. Ich gebe zu, dass ist schon eine Art Gedankenachterbahn, aber als ich neulich samstags zum Museumsblinddate nach Karlsruhe gefahren bin, ist mir folgender Gedanke gekommen: Die wenigsten gehen wohl im Sommer ins Museum. Also sollte ich vielleicht antizyklisch denken. Im Sommer ins Museum und im Frühjar/Herbst um die Häuser ziehen. Möglicherweise ja etwas das den Sommerblues mildert.

Die Museumsbande ist ein „Zusammenschluss“ von Museen in Karlsruhe und Stuttgart. Museen, die ich bisher (noch) nicht alle kenne. Jedenfalls am Samstag durfte ich zwei ganz besondere Museen in Karlsruhe kennenlernen.

Erstes Museumsblinddate: Badisches Landesmuseum

Für mich hat sich gedanklich der Kreis geschlossen. Den an einem Novembersamstag habe ich an einer Führung durch das Mannheimer Schloss teilgenommen ( hier geht es zum Artikel darüber). Seinerseits hatte es mir dort sehr gefallen. Im übrigen auch im vergangenen August. Als ich mit Sonja ↗ The whitest cake alive Karlsruhe erkundet habe (upps, ich wollte darüber schreiben, habe es jedoch nicht getan-soll ich das nachholen?), waren wir auch im Schlossgarten und standen vor dem Schloss. Das ich nicht mal ein Jahr später zu einer ganz besonderen Museumsführung eingeladen werde, konnte ich damals nicht ahnen. Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche Zufälle es im Leben so gibt.

Die Volontäre des Landesmuseums konzipieren aktuell die Ausstellung Zweckfremd ?! | Den Dingen auf der Spur. Eröffnung ist am 30. September. Die Einblicke, die uns gewährt wurden, sind sehr viel versprechend. Wie gut, dass ich Ende September Urlaub habe. Ich glaube ich werde nochmals nach Karlsruhe fahren. Die Bilder zeigen einige Exponate aus den Tiefen des Museumsdepots. Könnt Ihr erraten was es ist? Bin gespannt. Gebt doch mal Eure Ideen ab (in den Kommentaren).

 

Zweites Museumsblinddate: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Blickwechsel und Detailblicke. Genau mein Ding. Bild und Elfchen verbinden. Genau mein Ding. Sich bei der Betrachtung eines Bildes, in ihm verlieren. Den eigenen Gedanken folgen und sie mit einem Bild in Verbindung bringen. Ja, das mag ich. Schon eine ganze Weile. Aber es war sehr lange unter dem Alltagsschutt vergraben. Mit nur einem Besuch in Karlsruhe war alles freigelegt. Eine richtig gute Therapie gegen meinen Sommerblues würde ich sagen.

Du merkst, hier schließt sich ebenfalls der Kreis. Ja, das eine ist genau das Richtige zur Milderung des anderen.

 

Großes Lob für die Museumsbande

Herzblut für eine Sache. Soviel Engagement. Das hat unsere Reise zu einem ganz großen Erfolg gemacht. Der #museumsbande-Beutel war gefüllt mit Informationen und leiblichem Wohlergehen. Wer jetzt denkt, dass ich deswegen hier so schwärme, weil ich dafür was abgestaubt habe, dem kann ich versichern, es ist nicht so. Nein, so ticke ich nicht. Meine Ehrlichkeit liegt mir immer auf der Zunge (oder hier in den Tasten). Ich gebe meine Meinung wieder und die ist nun mal richtig positiv. Basta.

Ja, hier werbe ich. Für Museen. Für Kultur. Dafür das sie nur erhalten werden können, wenn man sie besucht. Einen Museumsbesuch kann ein Smartphone oder das Internet nicht ersetzen. Beides möchte ich auch nicht missen, aber sich mal in ein Museum zu begeben oder ins Theater, die Oper -was auch immer- bereichert doch das Leben. Wie gut, dass es für jeden etwas gibt. Übringens, ist das auch eine Notiz an mich selber!

Zusammengefasst

Der Tag war toll. Der Liebesbrief, mit dem die beiden Blinddate-Partnern bekanntgegeben wurden, zauberhaft.

Die Museen haben sich auf das Beste präsentiert. Die Fahrt gut organisiert. Und der Abschluss im noch nicht geöffneten Stadtmuseum Stuttgart einfach nur der Hammer. Die Präsentation dieser Museen hat nichts mit der verstaubten Anmutung aus meinen Schulmuseumsbesuchen mehr gemein. Chapeau!! Das macht Spaß.

Allen Beteiligten: Vielen Dank für das Ermöglichen dieses tollen Tages. Vor allem aber vielen Dank dafür, dass ich meine Museumsliebe wieder entdeckt habe. Ich komme wieder!!

Das waren die beteiligten Museumsbanden-Mitglieder:

  • Linden-Museum, Stuttgart
  • ZKM|Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
  • Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart
  • Kunstmuseum Stuttgart
  • Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
  • Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
  • Haus der Geschichte, Stuttgart
  • Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
  • Stadtmuseum Stuttgart
  • Staatsgalerie Stuttgart
  • Staatliches Museum für Naturkunde, Karlsruhe

Unter den Hashtags #museumsbande #museumsblinddate findet Ihr Beiträge auf Twitter und Instagram. Schaut doch einfach mal nach!

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

 

P.S.: Und am Ende des Tages, der im Übrigen vorüber flog wie ein Mauersegler am Himmel, war dann der Sommerblues zwar nicht weg, aber deutlich gemildert. Also eine Wohltat für die Seele!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Kategorien Veranstaltungen

über

Hallo, ich bin Anja, die Alltagssternesammlerin aus Stuttgart. Den größten Teil meines Alltags verbringe ich im Büro. Aber auf dem Weg dorthin oder auf dem Heimweg bin ich sofort wieder im Sammelmodus. Ich mag die schönen Dinge des Lebens, schreibe und lese gerne, interessiere mich für alles mögliche und liebe Kaffee.

  1. War ein sehr schöner Tag 🙂

    • Ja, das stimmt und es war auch sehr schön, dass wir den zusammen erlebt haben… 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: