über… DAS WARTEN!

Das Warten gehört zum Leben-irgendwie! Es ergibt sich so. Bisher habe ich jedenfalls noch niemanden getroffen, der es geplant hätte. Während der Steinzeitmensch darauf wartete, das sein Abendessen vorbei lief, warten wir Menschen des 21. Jahrhunderts auf eine Internetverbindung, Bahnen oder Busse, auf Grün an der roten Ampel. Dabei hängen wir unseren Gedanken nach oder starren vor uns ins Leere.

Während es uns im Monatsverlauf so geht als würde die Zeit rasen, wollen die Sekunden beim Warten manchmal so gar nicht vergehen. Irgendwie seltsam, oder? Neulich habe ich samstags auf den Paketzusteller gewartet. Es verging Stunde um Stunde. Ich wurde immer hibbeliger und kaum zu etwas anderem zu gebrauchen. Das Warten hat mich beschäftigt. Den Staubsauger wollte ich nicht anschmeißen, was wenn ich die Klingel nicht höre… Gleiches passiert mir auch, wenn ich auf lieben Besuch warte. Alles ist soweit vorbereitet. Alles so wie man es sich vorgestellt hat. Dann sitzt du da und wartest… Weil der Besuch sich verspätet oder so. Man sitzt da und freut sich. Dabei stellt sich mir die Frage: Gilt warten als Tätigkeit?

Zeitgewinn oder Zeitverlust

Ob das Warten eher ein Zeitgewinn oder ein Zeitverlust ist hängt sicherlich von der Gesamtsituation ab. Manchmal warte ich total gerne auf die Bahn, zum Beispiel weil ich mit einer Freundin verabredet bin. Dann steigt die Vorfreude, das Warten ist ein Zeitgewinn. Dann gibt es aber auch Tage, da wird das Warten auf ein Transportmittel zur Qual. Folgendes fällt mir dazu ein. Anfang des Jahres lag in Stuttgart Schnee (große Katastrophe, der Verkehr bricht schier zusammen), wir hatten aber auch den ersten Feinstaubalarm des Jahres. Im abendlichen Berufsverkehr wurden dann der komplette Bahnverkehr lahmgelegt. Auf der Baustelle „Stuttgart21“ hatte man eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Nichts ging mehr. Also bin ich zum Bus. Der kam aber erstmal auch nicht, wegen Schnee?? Man weiß es nicht. Mit 1,5 Stunden Verspätung, eiskalten Händen und Füßen bin ich daheim angekommen. Puuuh… Ihr könnt Euch vorstellen wie entnervt ich war!!! Totaler Zeitverlust.

Worauf ich gerne Warte

Das sind meine persönlichen fünf Warte-Highlights:

  1. Den Einzug der Mauersegler im Nachbarhaus
  2. Besuch von lieben Freunden
  3. Die ersten Frühlingsanzeichen
  4. Die Stille des Heiligabends, wenn sie sich über die Stadt legt
  5. Auf Post im weitesten Sinn (handgeschriebene Briefe, Mails, Nachrichten auf dem Handy)

Worauf ich nicht gerne Warte

  1. Abschiede aller Art
  2. Sommergewitter
  3. Zahnarzttermine
  4. Den Jahreswechsel
  5. Die jährlichen Nebenkostenabrechnungen

Ja. Das Warten stellt mich mitunter ganz schön auf die Geduldsprobe. Mein zweiter Vorname ist Ungeduld. Kennt Ihr das? Dabei ist Vorfreude doch was total schönes. Eigentlich könnte man das doch genießen. Es heißt doch immer, Vorfreude ist die schönste Freude. Im Prinzip. Ich treibe mich mit dem vorfreudigen Warten regelmäßig schier in den Wahnsinn. Nicht selten zerlege ich dann in Gedanken das was ansteht. Die 1.000 Einzelteile passen dann am Ende gar nicht mehr zusammen. Die Unsicherheit steigt und ich stehe etwas neben mir. Buuhuuu… Echt schräg! Das ist dann auch Zeitverschwendung! Und das obwohl ich freudigst auf etwas schönes hinfiebere!

Man kann sich ja nur selber ändern, deswegen freue ich mich jetzt einfach schon mal auf die nächste Wartezeit. Versuche sie zu genießen und geduldig abzuwarten, was so kommt. Lasse mich gedanklich treiben und schaue wo ich anlande und was alles so passiert.

Und Ihr so? Wie wartet Ihr, geduldig oder ungeduldig? Worauf wartet Ihr gerne? Worauf gar nicht gerne? Schreibt es mal auf… Ich bin gespannt!

 

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

Kategorien Gedanken

über

Hallo, ich bin Anja, die Alltagssternesammlerin aus Stuttgart. Den größten Teil meines Alltags verbringe ich im Büro. Aber auf dem Weg dorthin oder auf dem Heimweg bin ich sofort wieder im Sammelmodus. Ich mag die schönen Dinge des Lebens, schreibe und lese gerne, interessiere mich für alles mögliche und liebe Kaffee.

  1. Hallo Anja,
    ich warte ja gerne auf den Urlaub. Letztes Jahr hatte ich 330 Tage Vorfreude. Dieses Jahr sind es viel weniger, aber ich warte schon darauf 🙂
    Liebe Grüße,
    Katharina von 4Freizeiten

    • Hallo liebe Katharina,
      ja, auf Urlaub warte ich auch gerne (aktuell auch)… Dann hast Du letztes Jahr bestimmt eine größere Reise gemacht!

      Liebe Grüße
      Anja

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