Wie verschenkt man den Heiligen Abend?

Weihnachten 2014 war Weihnachten zu zweit… Sehr ruhig, friedlich, einbißchen traditonell, einbißchen neu, aber auch traurig, fröhlich zugleich. Erwähnte ich schon, dass ich mit meiner Mutter gefeiert habe?

Uns trennen viele hundert Kilometer. Unterjährig kommen manchmal die Besuche einwenig zu kurz. Also fahre ich an Weihnachten immer an den Niederrhein. Was manchmal (je nach Reisetag) einem Himmelfahrtskommando gleicht. Das ist aber eine ganz andere Geschichte!!!

2014 war das zweite Fest zuzweit, nachdem 2011 mein Vater und 2013 meine Großmutter gestorben sind.  Damit keimt die Trauer an den Feiertagen immer unheimlich auf. Sie feiert stets mit, da tut man gut daran, sie von vorne herein einzukalkulieren.

Weihnachten das Fest der großen und kleinen Traditionen. Wie soll man die weiterhin leben, wenn schon so viele nicht mehr mitfeiern? In meiner Kindheit waren wir an Heiligabend zu siebt… versteht Ihr was ich meine? Da fällt es schwer sich völlig unbeschwert an den Tisch zu setzen. Das ist dann immer so wie am 90. Geburtstag von Miss Sophie in Diner for one. Nur das es bei uns dann das Diner for two ist.

„Fahrt doch weg!“, den Satz habe ich im Vorfeld einige Male gehört. Aus vielerlei Gründen kommt das jedoch nicht in Frage. Was also tun? Wie feiern? Diner for two? Tradition light? Was Neues?

Das Fest 2014 war eine Kombination aus Tradition light und etwas ganz Neuem.

Das Schenken gehört zu Weihnachten wie der Tannenbaum und die Krippe. Daher habe ich auch diesen Themenkomplex von Anfang an in meine Überlegungen einbezogen. Klar, man kann auch darauf verzichten, weil der Konsum zu viel wird oder weil Weihnachten immer mehr zu einem Kommerzfest wird. Aber will ich das? Schenken ist doch schön, man zeigt dem Beschenkten doch mit dem Geschenk, „Du bist mir wichtig“ und „ich will Dir mit dem Geschenk eine Freude machen“. Nun ja…, jetzt schweife ich etwas vom Thema ab!

Zurück zum Fest 2014. Meiner Mutter habe ich nach langer Überlegung, den Heiligen Abend geschenkt und damit gleichzeitig für eine Veränderung an Weihnachten gesorgt, in Verbindung mit der Tradition light. Denn vieles von dem was in unserer Familie zum Heiligen Abend gehört habe ich eingebaut, es aber einfach anders verpackt. Übrigens hat meine Mutter mir den ersten Feiertag geschenkt. Was soll ich sagen, das war toll!

Im Grunde haben wir beide dem anderen Zeit geschenkt, Aufmerksamkeit! Das war nach dem turbulenten Jahr 2014 auch genau das Richtige!!

Jede von uns hat sich vorher so ihre Gedanken gemacht, wie der jeweilige Tag so ablaufen könnte. Witzigerweise kamen ganz ähnliche Sachen dabei heraus, tja, wir kommen aus dem gleichen Stall!!

Ich hatte mir dazu überlegt, den ganzen Tag (und nicht nur den Abend) zu belegen. Dazu habe ich für jeden Teil eine eigene Programmkarte gebastelt, diese bekam meine Mutter dann immer im Vorfeld. Am 23ten abends hab ich ihr die erste Karte gegeben, dazu noch eine leere Weihnachtstüte die für den 24.12. stand. Nach und nach wurde sie gefüllt. Den  Abend des 23ten haben wir mit Fröbelstern basteln verbracht. Auch wenn die Sterne nicht so geworden sind, wie geplant, war es doch ein schöner Abend. Bei uns wurde im Advent immer viel gebastelt, das hat uns irgendwie daran erinnert. Am 24ten haben in Ruhe ausgiebig gefrühstückt. Draußen hupten die Autos, die Hektik war richtig hörbar und wir haben in aller Ruhe uns auf Weihnachten eingestimmt. Für den Spätnachmittag hatte ich geplant Glühweihn und Stollen im Glas auf dem Balkon zu genießen, bei Kerzenlicht und mit Decken auf den Knien. Das ging aber nicht, denn um die Mittagszeit setzt am Niederrhein Regen und Sturm ein. Also wurde es Kaffee und Stollen drinnen. Irgendwann haben wir dann angefangen zu singen, die Weihnachtsgeschichte zu lesen, zu beten und der Verstorbenen zu gedenken. Irgendwann hörte man die Kirchenglocken läuten und dann ist der Moment meistens da, wo sich über die Stadt dies wundersame Ruhe legt. Da haben wir dann stehend auf dem Balkon den Glühwein getrunken. Zum Abendessen leuchteten dann alle Kerzen im Wohnzimmer. Es gab ein Rote Beet-Menü: Feldsalat mit Roter-Beete-Würfeln, Rote-Beete-Risotto und einen Rote-Beete-Schoko-Stern mit Blutorangensorbet. Die kleinen Auspackgeschenke für meine Mutter lagen an ihrem Platz. Den Abend ließen wir dann in Ruhe ausklingen, dazu hatte ich eine Diashow mit 250 Bildern aus dem Jahr 2014 vorbereitet.

Der erste Feiertag sah ähnlich aus. Ebenfalls Tradition und Neues verbunden. Aber ich will Euch heute am 7. Januar (meine Oma wäre heute 94 geworden) nicht endlos mit einem Weihnachtsrückblick zu texten. Ich wollte Euch nur erzählen, wie es dazu kam, das ich den Heiligen Abend verschenkte.

Hier ein paar Bilderimpressionen:

 

Lasst Eure Alltagssterne leuchten, Anja***

Merken

Kategorien Ideen

über

Hallo, ich bin Anja, die Alltagssternesammlerin aus Stuttgart. Den größten Teil meines Alltags verbringe ich im Büro. Aber auf dem Weg dorthin oder auf dem Heimweg bin ich sofort wieder im Sammelmodus. Ich mag die schönen Dinge des Lebens, schreibe und lese gerne, interessiere mich für alles mögliche und liebe Kaffee.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: